Freitags-Früchtchen: Pampelmuse

Freitags-Früchtchen: Pampelmuse

Heute mal wieder ein relativ bekannter Kandidat: Pampelmuse. Die Zitrus-Riesen sind in Südostasien extrem beliebt und werden schon seit vielen hundert Jahren gezüchtet. Etwas verwirrend: In Asien und im englischsprachigen Raum bezeichnet man Pampelmusen als Pomelos. Das was man in Deutschland als Pomelo bezeichnet, ist eine neue Kreuzung aus Pampelmuse und Grapefruit, die es erst seit den 70ern gibt (aus Israel). Pampelmusen sind dagegen unter den Zitrusfrüchten sowas wie die Großeltern vieler ihrer Verwandten und selbst kein Hybride. Die Orange ist zum Beispiel eine Züchtung aus Pampelmuse und Mandarine. Und die Grapefruit eine Rückkreuzung aus Pampelmuse und Orange.

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Wie ihr eine Pampelmuse von einer Pomelo unterscheiden könnt? Ist echt schwierig, äußerlich sehen sie fast identisch aus, aber normalerweise sind Pampelmusen bitterer als Grapefruits und Pomelos eher milder im Geschmack. Bis auf die „Honey-Pomelo“ aus Südchina, die aber keine Pomelo ist (nach deutscher Bezeichnung), sondern eine eigene Pampelmusen-Züchtung, die nur noch leicht bittere Nuancen hat und süßlicher schmeckt. (Um euch noch mehr zu verwirren: Anscheinend kommen die Händler in Deutschland mit den unterschiedlichen Bezeichnungen auch nicht zurecht und verkaufen Pampelmusen manchmal als Grapefruits und Pomelos als Pampelmusen.)

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Bevor es noch komplizierter wird: Ob Pomelo oder Pampelmuse, die citrus maxima, wie man sie botanisch schön nennt, sind ein beliebter Straßensnack in Kambodscha. Verkäufer türmen aus den Riesenfrüchten ganze Pyramiden auf und bieten schon halb geschälte Exemplare an. Die verputzt man dann direkt zwischendurch und manchmal tunkt man sie auch in eine salzige Würzmischung (macht man hier auch gerne mit unreifen Mangos). Die Straßenstand-Pampelmusen sind oft besonders groß und haben rosafarbenes Fruchtfleisch, schmecken aber ziemlich bitter – wohingegen die etwas kleineren Exemplare aus den Supermärkten weißlich-gelbes Fruchtfleisch haben und süßlicher schmecken, vor allem eben die „Honey-Pomelos“.

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Wenn man Pampelmusen hier nicht gerade als Snack pur verspeist, verwendet man sie auch gerne pikant angemacht als Salat mit viel Koriander, Erdnüssen und Tomaten – ein erfrischendes Mittagessen bei den tropischen Temperaturen. (Als Vegetarier muss man jedoch aufpassen, wenn man in Südostasien einen „Pomelosalat“ bestellt, oft wird er mit Schrimps, Schrimpspaste und/oder Fischsauce serviert, das wird auf der Speisekarte meistens nicht dazugeschrieben). Ergattert ihr mal eine der riesigen Früchte, könnt ihr sie natürlich auch für Kuchen und Desserts verwenden oder Marmelade oder Chutney daraus kochen. Die Bitterstoffe sitzen übrigens vor allem in den weißen Häutchen, die das Fruchtfleisch umschließen, und sind sehr gesund. Wenn ihr Pampelmusen sauber filetiert, schmecken sie nur noch leicht bitter.