Von Pâtisserien und Photoautomaten

Von Pâtisserien und Photoautomaten

Gähnende Leere breitete sich in den letzten Wochen auf Bärnd aus, doch damit soll jetzt Schluss sein. Wir waren in der Heimat unterwegs, und die ist für uns mittlerweile nicht mehr zwangsläufig in Frankfurt und Umgebung, auch nicht unbedingt in Deutschland, sondern allgemein in Europa. Wir sehnten uns nach Herbst, kühlen Temperaturen und breiten Bürgersteigen zum Flanieren. Außerdem vermissten wir das Bahnfahren und freuten uns darauf morgens in Frankfurt in den ICE zu steigen, um nicht mal vier Stunden später in Paris zu landen.

Unsere Tipps, wie ihr die französische Metropole (neu)entdecken könnt, wo ihr die leckersten Törtchen bekommt und wie man ein paar Euros einsparen kann.





Romantisches am Rande
Klar, so an der Seine entlang schlendern und vor dem Eifelturm Picknicken muss schon sein. Auch schön und weniger bevölkert: Pariser Friedhöfe – neben dem riesigen Père Lachaise Friedhof, auf dem jeder Jim Morrison und Oscar Wilde sucht, gibt es noch den kleinen Friedhof Cimetière Montparnasse. Hier könnt ihr zum Beispiel Sartre und Simone de Beauvoir einen Besuch abstatten. Foto-Freunde werden sich über die analogen „Photoautomaten“ freuen, die überall in der Stadt verteilt zu finden sind. Und anstatt zur Sacre Coeur und den umliegenden Touri-Gässchen zu pilgern, solltet ihr das Viertel weiter nördlich erkunden, hier verstecken sich hübsche Häuschen und sogar ein kleiner Weinberg.

Cannelés, Crêpes & Co.
Ok, eigentlich wollte ich nur nach Paris wegen all der Patisserien, Boulangerien, Chocolaterien, Crêpérien und Fromagerien. Die Auswahl fällt einem wirklich nicht leicht, da hätten vermutlich auch mehrere Monate nicht gereicht, um alles auszuprobieren. Mir gefällt es, wie Törtchen, Pralinen, Brot oder Käse kunstvoll in den Schaufenstern inszeniert werden. Die Läden sind wie kleine Boutiquen, nur dass ihr hier weder Schmuck noch Kleider findet, sondern Essen. Leider ist der Großteil davon nicht auf vegane Kundschaft eingestellt. Und auch, wenn ihr vegetarisch lebt, solltet ihr zum Beispiel bei den hübschen Törtchen darauf achten, ob sie mit Gelatine hergestellt sind (vor allem wenn das Gebäck Mousse enthält). Doch sogar die beliebte Tarte au citron versehen die Konditoren oft mit Gelatine. Für euch nun unsere Lieblings-Adressen des kleinen Städtetrips:



Crêpérie – Chez Imogène
Sehr gemütliches, kleines Lokal, bei dem die Besucher nicht davor scheuen, etwas zu warten, bis eines der Tischchen frei wird. Und das zu Recht, die Crêpes-Kreationen schmecken fantastisch. Unser Tipp: Mittags gibt es spezielle (bezahlbare!) Menüs. Ihr bekommt einen kleinen Salat, ein Getränk, eine herzhafte Galette und einen süßen Crêpe für 10,50 Euro.

Carrousel Francais
Eine sympathische Weinbar, in der ihr abends sehr gute Käse- und Weinsorten probieren könnt. Die kleinen Käseplatten kamen hübsch dekoriert mit Physalis, Beeren, Trockenfrüchten und Nüssen – und es gab ausreichend Baguette dazu. Dem Konzept nach kommen die Platten eigentlich, wie man es von Sushi kennt, am Laufband vorbei, dieses war aber bei unserem Besuch kaputt (was dem Genuss aber keinen Abbruch tat).

La Fromagerie
Ja, diese Fromagerie hat tatsächlich den kreativen Namen La Fromagerie. Dafür ist sie ganz in Eifelturm-Nähe, man kann sich also gut für ein Picknick dort eindecken. Viele Sorten gibt es in Mini-Größen. Brot, Wein und Antipasti könnt ihr dort auch gleich einpacken.

Karamel Paris
Eine hübsche Pâtisserie, die sich auf Karamell spezialisiert hat. Neben selbstgemachten Karamell-Süßigkeiten werden auch Törtchen mit Karamell verfeinert. Wir gönnten uns ein Himbeer-Tartelette, bei dem die frischen Beeren auf einer Karamellcreme gebettet waren, einige Beeren mit der Creme gefüllt waren und oben drauf thronten zusätzlich kleine Karamellstückchen. Klingt nach etwas zu viel des Guten, hat aber tatsächlich sehr gut gepasst. Anders als bei vielen anderen kleinen Pâtisserien gibt es hier sogar ein paar Sitzplätze, falls ihr bei schlechtem Wetter die Leckereien gleich vor Ort genießen möchtet (ist übrigens auch in Eifelturmnähe).

Lemoine
Wir haben in mehreren Pâtisserien Cannelés probiert (gugelhupfartige Küchlein, außen leicht knusprig und klebrig und innen weich-schaumig mit Rum und Vanille aromatisiert), aber hier gab es mit Abstand die besten.

Pâtisserie Gilles Marchal
Im Montmatre-Viertel gelegen, ist dies die einzige Patisserie die wir mehrmals besucht haben. Die Auswahl an Törtchen ist zwar nicht riesig, man hat aber den Eindruck, das jedes in Perfektion gefertigt ist. Unschlagbar gut war hier das Éclair de Brest.

Edwart Chocolatier
Von dieser Chocolaterie existieren sogar gleich zwei Filialen in Paris. Die Pralinen kann man sich selbst zusammenstellen und es gibt vor Ort einige Leckereien zum Probieren. Auch ungewöhnliche Geschmackskombis sind dabei wie „Taj Mahal“ – eine Praline mit Currypulver oder „Yoichi“ eine Ganache-Praline mit japanischem Whiskey. Uns haben alle Sorten geschmeckt!


Unsere Spar-Tipps
Paris ist nun wirklich nicht gerade das Ziel für preisbewusste Reisende, man kann aber doch schon den ein oder anderen Euro sparen. Unsere Tipps:
1. Transport: Auf Bahn oder Bus setzen statt zu fliegen und innerhalb der Stadt die Metro nutzen oder so oft wie möglich laufen (die Stadt lässt sich toll zu Fuß erkunden).

2. Unterkunft: Hotels und Co. sind sehr teuer und günstige Optionen sehr früh im Voraus ausgebucht. Also entweder lange vorplanen oder wie wir bei Airbnb stöbern.

3. Essen & Trinken: Bei gutem Wetter so oft wie möglich picknicken! Dafür einfach frisches Baguette, Croissants oder süßes Gebäck einpacken, Obst und Gemüse zum Knabbern vom Markt, wer mag auch etwas Käse und Wein. Bei Bistrots wie auch Sterne-Lokalen gilt: Mittags gibt es oft preisgünstigere Angebote als abends. Wer eine Ferienwohnung hat, kann aus lokalen Zutaten auch gut selbst Leckeres kochen und spart so Geld (das man dann z.B. für einen letzten gemeinsamen Abend in einem netten Restaurant investiert).