10 Tipps für Taiwan

Taiwan bei Wind, Nebel und Nieselregen – genau so haben wir es uns erhofft. Schließlich wollten wir einen Hauch von Winter erleben und dem ewigen Sommer Kambodschas kurz entfliehen. So verbrachten wir zehn Tagen im Norden und Nordosten Taiwans, probierten vegetarische Leckereien, schlürften Unmengen an Oolong-Tee und wanderten in Nationalparks, bei denen sich tropische Dschungelwege mit weitläufigen Graslandschaften kreuzten. Unsere Tipps für alle, die das kleine Land auf eigene Faust entdecken möchten.

1. Märkte erkunden
Das Schöne an Taipehs Märkten: Es gibt sie fast in jedem Stadtteil, jeden Tag und zu jeder Tageszeit. So kannst du morgens gemütlich über Lebensmittelmärkte schlendern und das bunte Treiben beobachten. Mittags an einem der vielen Straßenstände verschiedene Snacks probieren und dich von nachmittags bis nachts in die quirlige Welt der Nachtmärkte stürzen (wo es noch mehr Stände mit Leckereien zum Kosten gibt!)

2. Kochkurs buchen
Kochkurse auf Reisen durch Asien können wir jedem empfehlen. Denn neben dem Schnippeln und Brutzeln lernt man nebenbei Neues zu den verwendeten Gewürzen, Gemüsesorten & Co, zu kulinarischen Vorlieben des Landes und kulturellen Angewohnheiten. Wir haben einen Kurs bei Jodie’s Kitchen in Taipeh besucht, der etwa sieben Stunden dauerte. Nach einem Marktbesuch und einem taiwanesischen Frühstück (selbstgemachte warme Soja- und Reismilch, zum Teil mit gerösteten Erdnüssen, die wir aus neongelben Plastikschüsseln gelöffelt haben) ging es in die gemütliche Privatküche von Jodie, in der wir Dumplings mit einer Füllung aus Shiitake, Wasserkastanien, Schnittlauch und Glasnudeln zubereiteten sowie Lauchzwiebel-Pfannkuchen. Zwischendurch gab es verschiedene Oolong-Tee-Sorten zum Verkosten, während Jodie von ihrer Kochphilosophie erzählte. Sie legt viel Wert auf Balance (Yin und Yang) – sei es in Bezug auf die Aromen oder Konsistenten der Gerichte oder auf die richtige Kraft und Atmung beim Teigkneten. War quasi ein kleines Achtsamkeits-Training. Statt das genaue Gewicht der Zutaten zu bestimmen, die richtige Wassertemperatur zu messen oder auf die Uhr zu schauen beim Kochen, verlässt sich Jodie komplett auf ihr Gefühl bzw. auf alle Sinne und ermutigte auch uns es auszuprobieren.

3. Stinky Tofu & Co.
Stinky Tofu klingt zunächst wenig verheißungsvoll. Wenn man den fermentierten und säuerlich „stinkenden“ Tofu jedoch frittiert und mit eingelegtem Kraut und Chilisauce serviert, dann ist der Geruch nur noch Nebensache. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall – gibt es an Straßenständen und auf Nachtmärkten zum Kosten. Andere vegetarische Spezialitäten, die wir lecker fanden, sind große Dampfbrötchen mit Lauchzwiebelfüllung oder Lauchzwiebeln in vielerlei frittiertem oder gebratenem Gebäck. Ansonsten findet man in Taipeh viele „Dim Sum“ bzw. Dumpling-Restaurants, zum Teil auch welche die komplett vegetarisch sind (z. B. im Yang Shin Vegetarian Restaurant).
4. Oolong-Tee probieren
Die Taiwanesen sind stolz auf ihren Tee. Den Großteil der Teeblätter verarbeitet man hier zu Oolong-Tee (ein teil-oxidierter Tee; je nach Grad der Oxidierung erreicht der Tee unterschiedliche Aromen). Besonders hochwertige Sorten, wie „High Mountain-Oolong“ stammen von zum Teil über 2000 Meter hoch gelegenen Teeplantagen. Je höher das Anbaugebiet, desto höher oft auch der Preis für den leckeren Tee, denn die Ernte erfolgt an den oft sehr steilen Plantagen per Hand. High Mountain-Oolong zählte auch zu unseren Favoriten bei den vielen Verkostungen, da er nur gering oxidiert ist und fein-blumig schmeckt. Probieren könnt ihr die Tees in Teehäusern (in Taipeh z. B. im Wistaria-Teahouse) oder in einigen Teeshops (z. B. in Taipeh bei Wangtea). Das nächstgelege Teeanbaugebiet von Taipeh aus ist übrigens Maokong (mit Metro und Gondelbahn als Halbtagesausflug machbar).


5. Character-Cafés & Creative Parks
Was Taipeh mit Tokio gemeinsam hat: Die vielen niedlichen Character- bzw. Theme-Cafés. Tatsächlich sind es oft auch japanische „Characters“, die nicht nur das Innere der Cafes zieren, sondern auch das dort angebotene Essen, wie zum Beispiel im Rilakkuma-Cafe. Noch mehr dieser Charakters haben wir in den sogenannten Creative Parks in Taipeh entdeckt und zwar in ganzen Ausstellungen, die sich den putzigen Figuren widmen und gleichzeitig als Fotokulissen dienen. Vor allem an Wochenenden sind die beiden großen Creative Parks (Songhan und Huashan) sehr voll, besuche sie also lieber unter der Woche. Neben allerlei Ausstellungen gibt es in den alten Hallen auch Cafés und kleine Shops mit zum Teil handgemachten taiwanesischen Souvenirs, Tee, Postkarten etc.
6. Aufwärmen in einer Bar
Wer es bei Wind und Regenabends nicht lange aushält auf Nachtmärkten & Co. kann in Taipeh eine der vielen Bars besuchen. Besonders gemütlich fanden wir es im „Closet“ und „Longtail“, wo es leckere und kreative Cocktails gibt. Im Closet kannst du zum Beispiel den „Bathtub Collins“ bestellen, der in einer kleinen Badewanne mit süßem „Badeschaum“ serviert wird und im Longtail kreieren die Bartender nach deinen Geschmacksvorlieben einen Drink. Wer hungrig ist, kann in beiden Bars auch essen, leider ist die vegetarische Auswahl bescheiden.




7. Yangmingshan Nationalpark
Nördlich von Taipeh erstreckt sich der schöne Yangmingshan Nationalpark und lädt mit verschiedenen Wanderwegen zum Erkunden ein. Ist als Tagestrip von der Hauptstadt möglich. Wir haben die zwar kurze (rund sechs Kilometer) aber anstrengende (ausschließlich Treppensteigen) Wanderung zum Gipfel des Qixing-Bergs unternommen. Während unserer Tour war es nebelig und auf dem Gipfel windig – und gerade deshalb hatte die Wanderung eine besondere Atmosphäre. Zuerst ging es durch einen verwunschen-nebeligen Wald, dann durch offene Graslandschaften und zurück an vulkanisch aktiven Gebieten vorbei (hier dampft es, und man sieht Schwefelablagerungen, die man je nach Windrichtung auch riecht). Wer noch Zeit hat, kann die Wanderung im Nationalpark auch mit dem Besuch einer heißen Quelle kombinieren, z. B. in Beitou.

8. Taiwans Nordküste
Wir haben drei Highlights der Nordküste an einem Tag von Taipeh aus erkunden. Jiufen, ein altes japanisches Goldgräberstädtchen, das schön in den Bergen gelegen ist mit super Ausblicken aufs Meer. Leider quetschen sich hier die Touris fast ausschließlich nur durch eine schmale Gasse entlang. Dafür gibt es viel zum Probieren, von Tee bis zu süßen Tarobällchen. Tipp: Entweder so früh oder spät wie möglich die Stadt besuchen und nicht an Wochenenden. Weiterer Tipp: Die Umgebung erkunden – man kann zum Beispiel von Jiufen aus zum Teapot-Mountain wandern. Unsere nächste Station war eine Rundwanderung des „Bitoujiao Trail“ – was uns sehr gut gefallen hat. Es ist eine einfache Strecke in hügeligen Graslandschaften und an Klippen entlang. Letzter Punkt unserer Tour war der beliebte Yehliu-Geopark mit außergewöhnlichen Felsformationen, der jedoch nicht nur Geologie-Fans magisch anzieht, sondern gefühlt alle Touristen des Landes. Noch nie haben wir so viele Menschen gesehen, die sich bei strömendem Regen Steine angeschaut haben. Entspannter ist es im Park eine kleine Wanderung zu unternehmen, etwas abseits der Steine, dafür mit mehr Ruhe.

9. Schöne Aussichten
Die Sache mit den schönen Aussichten in Taiwan: Bei Nebel sieht man nichts. Das kann man natürlich nicht planen. Wenn es nur bewölkt und regnerisch ist, kannst du trotzdem gut ins Weite blicken, zum Beispiel vom höchsten Gebäude aus in Taipeh, dem 101. Oder vom Elephant Mountain aus: Eine kurze Wanderung den Hügel hinauf und du hast eine schöne Aussicht über die Stadt. Ist vor allem zum Sonnenuntergang beliebt, falls das Wetter mitspielt. Auch bei den Teeplantagen bei Maokong könntest du Glück und klare Sicht haben. Oder, wie oben erwähnt, von dem Städtchen Jiufen aus die schönen Ausblicke aufs Meer genießen.


10. Taroko Nationalpark
Der schöne Nationalpark mit spektakulärer Schlucht (die man auf Bildern nicht gebührend wiedergeben kann) liegt je nach Verbindung ca. zwei bis vier Zugstunden von Taipeh. Wir haben zwei Nächte in dem nah gelegenen Städtchen Xincheng verbracht, um die Gegend in Ruhe zu Erkunden. Bei Zeitknappkeit reicht aber auch eine Übernachtung. Die Highlights für uns waren der Shakadang Trail, der Baiyang Trail und ein Spaziergang am Chongde Beach mit Blick auf das Qingshui Cliff samt türkisblauem Wasser (bei jeder Wetterlage!). Wir sind mit den öffentlichen Bussen jeweils zu und von den Wegen gefahren, was gut geklappt hat. Jedoch ist man da zeitlich nicht ganz so flexibel – bequemer ist es sich ein Moped zu leihen. Es sind übrigens auch viele Reisegruppen (in Riesenbussen) unterwegs. Wer die Wege entspannter erwandern möchte, sollte so früh wie möglich aufbrechen oder am späten Nachmittag loslaufen, wenn die Massen abziehen.

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